Freie Presse – oder Einheitsbrei?

Ein Beitrag von Björn Zimmermann

Gibt es noch eine freie Presse?

Ist zum Thema Pressefreiheit nicht schon hundertmal Alles gesagt worden? …mag jetzt Mancher denken.

Und:  haben wir nicht dutzende Radio- und Fernsehsender, sowie unendlich viele Zeitungen und Internetmedien…?  ist nicht Alles völlig offen und frei bei uns,  und die unterschiedlichsten Menschen und Meinungen kommen zu Wort?

Auf beide Fragen muss man mit Ja ….und mit Nein antworten.  Dann wirds natürlich kompliziert. Da gibt es Stoff für mindestens ein Buch um alle Fragen halbwegs befriedigend  beantworten zu wollen.

Und neu ist die Frage nach einer echten Pressefreiheit wahrlich auch nicht.

Wenn schon George Orwell vor ca 80 Jahren, in seinem (zensierten) Vorwort für seinen Roman „Farm der Tiere“  notierte:

„Der dunkle Punkt der literarischen Zensur in England ist, dass sie weitgehend freiwillig geschieht …. Doch dieselbe verhüllte Zensur wirkt auch in Büchern und Magazinen, ebenso wie in Theaterstücken, Filmen und im Radio … es ist nicht verboten dies oder jenes zu sagen, aber es ist „unschicklich“, es zu sagen, so wie es zu viktorianischer Zeit „unschicklich“ war, in Gegenwart einer Lady Hosen zu erwähnen. Jeder, der die herrschende Orthodoxie anzweifelt, sieht sich mit verblüffender Wirksamkeit zum Schweigen gebracht..“

und nach seinen Erfahrungen im spanischen Bürgerkrieg 1938 schrieb er:

„Als eine der traurigsten Wirkungen des Krieges erkannte ich, dass die Presse der Linken bis ins kleinste genauso falsch und unehrlich ist wie die der Rechten.“

Was haben diese Eindrücke von Orwell mit unserer Situation heute zu tun?

– War früher alles besser?

 Wir leben inzwischen im Jahr 1 nach Corona,  und all die Manipulationen und Tabuisierungen  in den Medien haben ein beängstigendes und nie gekanntes  Ausmass angenommen. In vieler Hinsicht ist dies eine Art Zeitenwende. Doch die Entwicklung hat sich bereits angedeutet.

Ich möchte mich bei der Beantwortung dieser Frage auf  ein paar ganz persönliche und hemmungslos subjektive kleine Beobachtungen aus  meiner eigenen Lebensgeschichte beschränken. Ich habe das Privileg altersbedingt bis in die 60er Jahre zurückblicken zu können- was ja inzwischen einige historische und technologische Zeitumbrüche beinhaltet.

Als ich ein Kind war, lag auf unserem Tisch die “ Zeit“. Ein grossformatiges schweres dickes Bündel Papier mit Unmengen von kleinen  enggedruckten Buchstabenkolonnen und nur wenigen kleinen schwarzweissen  Fotos. Dort wurden politische Debatten und Streitgespräche auf vielen Seiten diskutiert und kommentiert. Selbst mein Vater las oft tagelang und wurde nicht fertig mit all dem Material. Heute ist die „Zeit“ eine vergleichsweise kleine und dünne Zeitung, zeittypisch mit vielen sehr großen und farbigen Bildern und kleinen Texthäppchen in gefällig großer Schrift. Streitkultur findet dort heute nicht mehr statt- stattdessen dominiert unkritischer Haltungsjournalismus der „moralisch einwandfreien Art“.

In meiner Kindheit gab es irgendwann Farbfernsehen und die Tagesschau mit schicken Moderatorinnen und leichtverdaulichen Nachrichten. Die Botschaften waren klar: Die USA waren unsere Idole, die Hüter der Freiheit und der Demokratie, der Filmwelt und der  Popmusik.  Als Kind der Frontstadt Berlin, der auch die schwarzweissen DDR- Kanäle mit ihren monotonen Erbauungsmeldungen zum Sozialismus kannte, mit ihren steifen Moderatoren in volkseigener Mode, war meine Entscheidung klar: wir waren die „Guten“ , die drüben waren die “ Bösen“. Das war unsere tägliche Muttermilch. Das „unsere“ Lügen nur subtiler waren, das wurde mir erst viel später bewusst.

In meiner Jugend im kalten Krieg gab es auch in den Medien eine Art  Gleichgewicht des Schreckens… es standen sich  links-  und rechtsorientierte  Zeitungen und politische Fernsehmagazine gegenüber.  Und es gab die „BILD“. Die BILD als die Stimme der Spießer und Stammtischpöbler… die BILD schoss mit auf Dutschke, und freute sich mit, wenn langhaarige Gammler vom „Volk“ vermöbelt wurden. Als die TAZ gegründet wurde erschien es mir als Oberschüler wie eine Erlösung: endlich hatten „wir“ eine Zeitung, endlich konnten wir die Lügen der anderen entlarven. „Wir“ waren wenige… aber wir wussten Bescheid. Dachten wir. Heute sind wir um einige Illusionen ärmer.

 – Wie konnte es soweit kommen?

Diese Aufbruchstimmung, auch  mit Gründung der Grünen, die Liberalisierung der Gesellschaft in den 70ern- all das tat auch einer Meinungsvielfalt und Streitkultur der Presse gut. Es gab den klassischen investigativen Journalismus, es gab so etwas wie den „Spiegel“, der für die Aufdeckung diverser Skandale berühmt wurde. Davon ist heute nicht viel übriggeblieben. Z.B. Die Grünen sind einmal komplett umgekrempelt, inzwischen ein Karrieristen-Sprungbrett , – die perfekten Vasallen der USA und Andockplatz diverser NGOs und Lobbygruppen.  Der Spiegel ein Schatten früherer Tage, und im Merkel-Huldigungschor ganz weit vorne….und so weiter.

Warum klingt das jetzt fast so, als wäre in der fernen  „guten alten Zeit“ alles besser gewesen? Natürlich gab es schon immer – seitdem es Nachrichten gibt, – gezielte Manipulation und Massenbeeinflussung, Kartellbildungen der Presse usw., wirtschaftliche und politische Abhängigkeiten von Journalismus… etc. 

Aber es stimmt: im direkten Vergleich zum aktuellen desolaten Zustand der Medien als öder Einheitsbrei  ergibt sich ein erschreckendes Bild:

Das Bild der Medien heute zeigt sich als fast ausschließlich unkritische Verstärkeranlage vom Chor der Regierungsmeinungen, dazu eine quasi nicht existente Opposition….und das hat sich über 10, 15  Jahre schleichend entwickelt.  Gründe dafür gibt es unzählige. Ich  kann es hier nicht leisten das alles zu analysieren. Denn ich bin kein Journalist, sondern einer von zahllosen einfachen Bürgern die ihr Land nicht mehr wiedererkennen.

Früher gab es – trotz bestehender Demokratiedefizite in der Politik- eine erkennbare lebendige Streitkultur in einer politisch vielfältigen Presselandschaft.  Meine subjektive Einschätzung dazu ist: Dieses Gleichgewicht verschiedener Meinungen ist gekippt, es gibt eine immer stärker werdenden Einengung des „politisch erlaubten“ Diskurses, und das schon seit Jahren. Corona hat diesen Weg ins totalitäre Denken verstärkt.

Oder mit meinen eigenen Worten:  Corona wurde genutzt, um diesen Weg zu verfestigen, und diese Entwicklung möglichst unumkehrbar zu machen.

– Medien sollten aufklären, nicht verdummen:

Beim Nachdenken über diesen Text fallen mir gerade unzählige Fragen für Verknüpfungen in weitere Themenfelder ein: z.B.:

– Die Medien sind heutzutage ein Abbild der zunehmend rasanten Infantiliserung und Entpolitisierung der Menschen.  Ist das tatsächlich strategisch so gewollt ? Oder ist das auch ein quasi alternativloses Naturgesetz im Sinne der merkelschen Definititonen?

-Digitalisierung erschafft gerade ein undurchdringliches Gestrüpp aus Medien, Blogs, populären Influencern, undurchsichtigen staatlichen oder lobbygesteuerten Bots, die “ shitstorms“ und Meinungsmache teils länderübergreifend dirigieren.

Grössere Medienkompetzenz von Kindern und Jugendlichen  wird immer wieder lauthals gefordert. Dabei werden sie in Wirklichkeit schmählich allein gelassen in diesem Dschungel, der über die Smartphones komplett ungefiltert bis ins letzte Kinderzimmer vordringt, das Denken verhindert, und seine Sucht- und Sogwirkung schon in der Vorschulzeit entfalten kann.

Haben wir, die Erwachsenen,  denn überhaupt diese „Medienkompetenz“ ?  Oder schlucken wir inzwischen einfach alles, weil wir selbst überfordert und abgestumpft sind, ohne gross zu hinterfragen?  Und weil das tiefer gehende Verständnis von Nachrichten – ohne zusätzliches eigene Recherchearbeit – heute gar nicht mehr zu leisten ist?

– Folgt diese Entwicklung ins Totalitäre einem Plan?

Meine eigenen  Irritationen über eine zunehmende Gleichförmigkeit medialer Berichterstattung im Mainstream wuchsen stetig mit den Jahren,  seit der Zeit der sog. Bankenkrise, die abgelöst wurde von Griechenland-Rettung, Eurokrise, Brexitkrise, Flüchtlingskrise, C02-Krise und nun der grossen Corona-Krise.  All das ging einher mit einer medial verbreiteten Stimmung von Alternativlosigkeit und zunehmender kritikloser Hofberichterstattung im Sinne der ewigen grossen Koalition.

Gegner der unausgesprochenen aber faktisch existenten Grundlinien einer „alternativlosen“  globalistischen Wirtschaft und transnationalen Politik wurden zunehmend schärfer ins verbale Visier genommen, und bekamen die entsprechenden diffamierenden Stempel verpasst:  Eurogegner, Putinversteher, Querfrontler, Populisten, Klimaleugner, Menschenfeinde, Islamfeinde, Islamophobiker,… oder knapp zusammengefasst: Nazis.

Was wir aktuell heute im Komödienstadl des noch erlaubten sehr eingeengten Diskurses, und in den Scheindebatten der Presse erleben,  folgt sicherlich teils dem Schema von Anpassung und Selbstzensur durch mehr oder weniger sanften Konformitätsdruck. Dabei spielt sicherlich der immer wieder ausgeprägte Untertanengeist der Deutschen auch eine unselige Rolle. 

Andererseits geht meine persönliche Schlussfolgerung in die Richtung, daß es sehr mächtige Kräfte in Politik und multinationalen Konzernen gibt, die diese Entwicklung ins Totalitäre bewusst forcieren.  Um damit eine neue digitalisierte Welt- und Wirtschaftsordnung globalistischer Prägung, mit der weitgehenden Entrechtung und Entindividualisierung der Menschen, zu etablieren und unumkehrbar zu machen. Dies zu prüfen oder zu verwerfen bleibt dem neugierigen Leser überlassen.

– Wo stehen wir heute?

Die in Deutschland aktuell immer stärkere  Konzentration von Medien in den Händen weniger Mächtiger, die zunehmende Verquickung der Politik mit Lobbyinteressen multinationaler Konzerne und NGO’s,  die übergrosse weltweite Macht einer Handvoll von globalen Internetkonzernen und Medienportalen ( google, facebook, twitter, youtube, amazon) öffnen  dem weiteren Mißbrauch von Medienmacht Tür und Tor.

Unsere Demokratie versinkt in diesem Treibsand ohne das das von der Öffentlichkeit wirklich bemerkt wird.  Wir befinden uns in einer neuen futuristischen Form von Diktatur. Willkommen schöne neue Welt.

Aktuell erleben wir eine beispiellose Vernichtung und Sperrung von digitalen Nachrichtenportalen und Kanälen zb. auf Youtube, Twitter und Facebook. Angeblich neutrale Faktenchecker stempeln abweichende Informationen im Auftrag von staatlicher Seite eifrig als „fake news“ oder „hate speach“ ab. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz entfaltet seine unheilvolle Wirkmacht.

Kritische Wissenschaftler mit weltweitem Renommee, und Publizisten die die herrschenden Corona – Maßnahmen hinterfragen, werden teilweise pathologisiert oder diskriminisert,  Als Wichtigtuer, Brandstifter oder Phantasten.  Ihnen bleibt nur der Rückzug in digitale Nischen und Blogs.  Damit ist ihre Wirkmacht in der breiten Öffentlichkeit zerstört. Sie dienen so auch als abschreckende Beispiele für Andere, die den lauwarmen Konsens der ewiggleichen Angstmacherei überwinden wollen.

Eine breite öffentliche kritische Debatte zu Sinn und Unsinn von Grundrechtseinschränkungen, Lockdowns oder Impfungen findet in den grossen Medien und im ÖR nicht statt.

Bestenfalls gibt es endlose quälend belanglose Ablenkungs- und Scheindebatten mit immer denselben Lauterbachs und Drostens über Pseudothemen und Nebenschauplätze… zb:  FFP-2-Masken:  Ja oder Nein? Impfstoffbeschaffung…. wer hast da versagt? …und so weiter….

Menschen mit abweichenden Meinungen zu Corona wurden in Presse und TV von Anfang an wahlweise als Spinner, Schwurbler, Coronaleugner, Antisemiten oder Nazis  bezeichnet.

Ich erlebte das selbst schon im April 2020, als die allerersten Demonstrationen stattfanden. Die schlimmen verbalen Stigmatisierungen nahm in den letzten Monaten noch deutlich an Schärfe zu. 

– Ein aktuelles Beispiel medialer Manipulation:

Zur Verdeutlichung von gerne verwandten Manipulationstechniken der Medien, hier ganz aktuell : Es gibt ja gerade  eine öffentliche Diskussion über die Sterbezahlen für 2020. Ein hochbrisantes Thema…

Dies  lässt sich ganz gut als anschauliches Beispiel von medialer Verdrehung und Verfälschung durch Weglassen wichtiger Informationen heranziehen.

Dazu die Meldung aus Tagesschau.de. zur angeblichen Übersterblichkeit : ab Minute 6.55

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-816745.html

Hier dann dazu die ausführliche Analyse der tatsächlichen statistisch korrekten Daten auf einem unabhängigen Nachrichtenblog:

Exemplarisch für vieles Andere was mit der gewollten Oberflächlichkeit von Weglassen und Vereinfachen im  Mainstream verdreht wird.

– Gibt es einen Ausweg?

Ich gebe zu, meine Stimmung dazu ist meist düster …

es gibt zwar immer mehr Menschen, die sich entscheiden aktiv Widerstand zu leisten und sich zusammenzuschließen, um öffentliche Wirkung zu erzielen. Immer mehr Menschen hinterfragen die ihnen vorgekauten oberflächlichen und irreführenden Mainstream- Meinungen. Auch wenn es  insgesamt verschwindend wenige zu sein scheinen.

Im Kleinen tun wir das hier in Marburg mit unseren Aktionen von Weiterdenken Marburg, mit unserer Website, mit Pressemitteilungen …schon lange.

Aber die Übermacht ist gross. Hier in Marburg haben wir es mit der OP zu tun, die den Ton vorgibt. Und im Großen ist die Deutungshoheit der ÖR- Sender ungebrochen, sie verfügen über die Macht unendlich vieler Bilder mit deren Hilfe die Nachrichten im passenden Sinne geknetet, geformt und passend verpackt werden können.

Hoffnung machen ein paar unerschrockene und intelligente Blogger, einige kleine alternative Medienportale, die hoffentlich grösser werden, die Fachleuten und Wissenschaftlern eine Stimme geben.

Hoffnung macht das es mehr und mehr Menschen gibt die Nachrichten und Meinungen grundsätzlich kritisch hinterfragen, die ihrer eigenen Urteilskraft mehr und mehr vertrauen.

Hoffnung macht, dass es Ideen gibt  zu einer grundlegenden Änderung,   hin zu einer menschlicheren  Lebensweise. 

Und eine zumehmende Vernetzung von Andersdenkenden im Alltag als Keim einer Gegengesellschaft. 

Auch im Kleinen kann Grosses entstehen. ….